Regionale Qualitätskonferenzen

Die Stärke einer flächendeckenden klinischen Krebsregistrierung liegt in der gezielten Nutzung der erhobenen Daten im Sinne einer Evaluation und Verbesserung der Qualität der onkologischen Versorgung. Durch die Auswertung aggregierter Daten von größeren Patientenkollektiven kann die Qualität der onkologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten in Hessen evaluiert, transparent dargestellt und im direkten Austausch mit und zwischen den Meldenden diskutiert werden.

Zielsetzung und Inhalte der Qualitätskonferenzen

Die Initiierung und Begleitung regionaler Qualitätskonferenzen wurde landesrechtlich als Aufgabe des Hessischen Krebsregisters verankert (Verordnung zum HKRG § 2, Nr. 6).

Die Zielsetzung ist, dass die Meldenden einer bestimmten Region in einem überschaubaren und geschützten Rahmen ihre im HKR vorliegenden Daten miteinander diskutieren.

Das Hessische Krebsregister bereitet als Diskussionsgrundlage der Qualitätskonferenz die Daten der Meldenden der betrachteten Region in aggregierter Form auf. Dazu werden noch nicht Meldende an das Register angebunden und alle Meldenden erhalten Gelegenheit, zu einem bestimmten Termin ihre entsprechenden Daten nachzuliefern, damit zu diesem Stichtag eine möglichst vollzählige Datenlage über die Diagnosen, Behandlungen und Behandlungsresultate dieser Region im Register vorliegt. Nur dann ist eine möglichst realistische, d.h. umfassende Abbildung der relevanten onkologischen Therapien in der Region gewährleistet.

Eine Diskussion adressiert zunächst die Frage, wie die Qualität der Daten erhöht und langfristig sichergestellt werden kann, um dann konkrete Rückmeldungen zu geben bezüglich

  • der Charakteristika der Patientinnen- und Patientengruppen,
  • der Charakteristika der Tumordiagnosen,
  • der Therapieentscheidungen,
  • der Therapieergebnisse und
  • der Qualitätsindikatoren der jeweiligen S3-Leitlinien.

So sollen Auswertungen auch die Prozessqualität umfassen, die z. B. anhand der Umsetzung leitliniengerechter Therapien oder der erzielten R-Klassifikation beurteilt werden kann. Langfristig soll darüber hinaus - sofern dies auf Grundlage des ADT/GEKID Basisdatensatzes möglich ist - die Evaluation leitliniengerechter Therapien erfolgen, die eine Aussage über die Ergebnisqualität (z. B. anhand des progressionsfreien oder Gesamtüberlebens) ermöglicht.

In diesem Zusammenhang sind kurzfristig sowohl pseudonymisierte Einrichtungsvergleiche innerhalb einer Region als auch langfristig Gegenüberstellungen zwischen verschiedenen Regionen Hessens, sowie Trendanalysen verschiedener Parameter von Interesse.

Aufbau der Qualitätskonferenzen in Hessen

Da das Hessische Krebsregistergesetz (HKRG) als Grundlage des Hessischen Krebsregisters erst im Oktober 2014 verabschiedet wurde, werden Fälle mit einer Erstdiagnose ab einschließlich 2015 in die Auswertungen einbezogen. Mit dem Auf- und Ausbau der flächendeckenden Krebsregistrierung soll der Auf- und Ausbau der regionalen Qualitätskonferenzen in Hessen strukturiert und sukzessive einem mehrstufigen Konzept folgen.

Demzufolge werden in einem Pilotprojekt zunächst die Daten zu einer Entität aus einer Region über relativ wenige Parameter diskutiert. Da sich das Register im Aufbau befindet und fehlerfrei funktionierende Schnittstellen zwischen Meldenden und dem Register zunächst etabliert werden müssen, kann das Hessische Krebsregister derzeit noch nicht auf einen vollzähligen Datenbestand und vollständig etablierte Meldewege zurückgreifen. Deshalb wird im Pilotprojekt zunächst noch ein Fokus auf der Datenqualität liegen, vgl. Abbildung.

Konzept regionale Qualitaetskonferenzen
Sukzessiver Aufbau der regionalen Qualitätskonferenzen

In nachfolgenden Qualitätskonferenzen können weitere Auswertungsparameter eingebunden, sukzessive weitere Regionen beteiligt und die Diskussionen um weitere Tumorentitäten erweitert werden.

Die Einbindung passender Regionen

Die regionale Aufteilung Hessens wird entsprechend den Versorgungsgebieten im Hessischen Onkologiekonzept (HOK) vorgenommen. Sollten bei einer seltenen Tumorart die regionalen Fallzahlen zu gering für eine sinnvolle Auswertung sein, so sind die HOK-Regionen geeignet zusammenzufassen. Somit können bereits bestehende regionale Strukturen genutzt und gestärkt werden.

Hessisches Onkologiekonzept

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Dr. Katharina Bernhardt<br>Dr. Katharina Bernhardt
Regionale Qualitätskonferenz
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