Basisdatensatz für die Tumordokumentation

Um deutschlandweit Meldungen zu der Diagnose, der Therapie, dem Verlauf und der Nachsorge nach dem gleichen Schema für weitergehende Auswertungen zusammenführen und analysieren zu können, ist der zu meldende Datensatz bundeseinheitlich festgelegt. Hier haben wir für Sie alle wichtigen Informationen zum einheitlichen onkologischen Basisdatensatz gesammelt.

Einheitlicher onkologischer Basisdatensatz

Der einheitliche onkologische Basisdatensatz soll dazu dienen, einen homogenen onkologischen Standard zu etablieren, Mehrfachdokumentationen zu verhindern und in allen Bundesländern und klinischen Strukturen eine vergleichbare Erfassung und Auswertung von Krebsbehandlungen zu ermöglichen.

Damit haben wir - wie alle anderen Bundesländer auch - die Vorgabe, medizinische Informationen analog diesem Basisdatensatz zu erheben. Er gilt für alle Krebsarten und wird fortlaufend um organspezifische Module ergänzt.

Der einheitliche onkologische Basisdatensatz wurde von der

  • Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und der
  • Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (GEKID)

im März 2008 verabschiedet und im Februar 2014 aktualisiert.

Den einheitlichen onkologischen Basisdatensatz finden Sie hier:

Organspezifische Ergänzungsmodule

Zur Erweiterung des einheitlichen onkologischen Basisdatensatzes wurden bislang für drei Entitäten Ergänzungsmodule veröffentlicht. Mit diesen Ergänzungsmodulen, auch Schnittstellen genannt, haben Sie die Möglichkeit, zusätzliche medizinische Informationen über die Behandlung Ihrer Patientin bzw. Ihres Patienten elektronisch an uns zu übermitteln.

Über die Mindestanforderungen hinausgehende Meldungen sind für den Aufbau der klinischen Krebsregistrierung sehr wichtig: Je mehr Informationen zu einer Krebserkrankung und der angewandten Therapie sowie deren Heilungserfolg vorliegen, desto höher sind die Chancen, effektive Therapien sichtbar zu machen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krebs weiter zu verbessern.

Ergänzungsmodule

1. Ergänzungsmodul für kolorektale Karzinome

Bei dem Ergänzungsmodul für kolorektale Karzinome liegen Merkmale vor, die sich nur auf das Rektumkarzinom (C20) beziehen und auch nur bei diesen Diagnosen gemeldet werden sollen. Diese Merkmale lauten:

  • Rektum: Abstand des Tumorunterrandes zur Anokutanlinie
  • Rektum: Minimaler Abstand vom aboralen Resektionsrand
  • Rektum: Abstand zur circumferentiellen Resektionsebene
  • Rektum: Qualität des TME-Präparats
  • Rektum: MRT oder Dünnschicht-CT durchgeführt mit Angabe Abstand mesorektale Faszie
  • Rektum: Präoperative Anzeichnung der Stomaposition
  • Rektumkarzinom: Anastomoseninsuffizienz

Weitere Informationen, wie z. B. die Bekanntmachung im Bundesanzeiger, finden Sie auf der Website der GEKID und der Website der ADT.

2. Ergänzungsmodul für Mammakarzinome

Informationen, wie z. B. die Bekanntmachung im Bundesanzeiger, finden Sie auf der Website der GEKID und der Website der ADT.

3. Ergänzungsmodul für Prostatakarzinome

Bei einem biochemischen Rezidiv eines Prostatakarzinoms mit unbekanntem Herd empfehlen wir folgende Dokumentationsweise:

  • bei Gesamtbeurteilung die Ausprägung "Progression"
  • bei Tumorstatus Primärtumor die Ausprägung "Unbekannt"
  • bei Tumorstatus Lymphknoten die Ausprägung "Unbekannt"
  • bei Tumorstatus Fernmetastasen die Ausprägung "Unbekannt"

Sollte der Ursprung des biochemischen Rezidivs bekannt sein, wäre je nach Lokalisation zu dokumentieren:

  • Lokalrezidiv und/oder
  • neu aufgetretenes Lymphknotenrezidiv und/oder
  • neu aufgetretene Fernmetastase(n) bzw. Metastasenrezidiv

Weitere Informationen, wie z. B. die Bekanntmachung im Bundesanzeiger, finden Sie auf der Website der GEKID und der Website der ADT.

Erstmalige Meldung über eine Schnittstelle

  1. Schritt:
    Zunächst wenden Sie sich an Ihren Softwarehersteller zur Einrichtung der Schnittstelle. Anfallende Kosten für eine Schnittstelle sind von der meldenden Praxis bzw. Klinikabteilung selbst zu tragen.
  2. Schritt:
    Nachdem Sie mit Ihrem Softwarehersteller die Schnittstelle eingerichtet haben, prüfen wir - vor der erstmaligen Meldung - gemeinsam mit Ihnen, ob der Meldungsversand und -empfang über die Schnittstelle wie gewünscht verläuft.
  3. Schritt:
    Nach dem erfolgreichen Test geben wir die Übermittlung von Meldungen über die Schnittstelle frei und Sie können nun jederzeit darüber Ihre Meldungen an uns übermitteln.

Fragen? Ich berate Sie gerne!

Carolin Luh<br>Carolin Luh
Teamleiterin Medizinische Dokumentation
Telefon: 069 5660876-40
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