AG Tumordokumentation des Hessischen Onkologiekonzeptes - erste Sitzung im Jahr 2026
Die erste Sitzung der Arbeitsgruppe Tumordokumentation („AG Tumordokumentation“) des Hessischen Onkologiekonzeptes fand am 12. März 2026 statt. Im Mittelpunkt der Vorträge standen Mammatumoren.
Schwerpunkt der ersten Sitzung im Jahr 2026:
Mammatumoren
Aktuelles aus dem Krebsregister
Zum Auftakt der Sitzung stellte Carolin Kuhl, Teamleiterin Medizinische Dokumentation der Vertrauensstelle, aktuelle Themen aus dem Krebsregister vor. Sie informierte über bevorstehende Veranstaltungen sowie über den erfolgreichen Abschluss des Förderprojekts „Anschluss ambulanter Sektor“. Darüber hinaus stellte sie Neuerungen bei der Zentrumszertifizierung vor: Die Deutsche Krebsgesellschaft hat ihre Erhebungsbögen um die Kennzahl 10.9.2 ergänzt. Diese sieht einen Abgleich zwischen den Patientenkollektiven zertifizierter Zentren und den Daten des Krebsregisters vor. Die Vertrauensstelle prüft derzeit gemeinsam mit den Zentren das weitere Vorgehen und plant eine Umsetzung im Herbst 2026.
Meldungen gehen zunehmend fristgerecht ein
Auch zur Datenqualität der Krebsmeldungen berichtete Carolin Kuhl. Die Meldetätigkeit hessischer Praxen steigt deutlich. Gleichzeitig verbessert sich die Einhaltung der Meldefristen: Meldungen erreichen das Krebsregister zunehmend fristgerecht. Nach aktuellen Auswertungen melden Pathologien etwas pünktlicher als Einrichtungen aus Klinik und Praxis.
Hauttumoren: Meldepflicht beachten
Ein weiteres Thema war die Meldepflicht bei Hauttumoren. Hier löscht die Vertrauensstelle häufiger Meldungen, da zentrale Kriterien nicht erfüllt sind. Ein Plattenepithelkarzinom der Haut ist nur meldepflichtig und vergütungsfähig, wenn bei der Erstdiagnose neben der Histologie mindestens eines der folgenden TNM-Kriterien erfüllt ist:
- T-Wert: T3 bis T4
- N-Wert: N1 bis N3
- M-Wert: M1
Sind diese Kriterien zum Zeitpunkt der Meldung nicht erfüllt, ist die Meldepflicht unklar oder fehlen wichtige Angaben wie zur TNM-Klassifikation, sollte möglichst von einer Meldung abgesehen werden. Die Vertrauensstelle startet hierzu demnächst eine Informationskampagne.
Mammatumoren im Fokus
Der fachliche Schwerpunkt der Sitzung lag auf Tumoren der Mamma. Dr. Gunther Rexroth, Ärztlicher Leiter der Vertrauensstelle, eröffnete den Themenblock. In seinem Vortrag gab er einen Überblick über Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Nachsorge dieser Tumoren.
Im Anschluss erläuterte Carolin Kuhl zentrale Aspekte der Tumordokumentation. Hierzu gab sie unter anderem zwei Dokumentationstipps:
- Eine präoperative endokrine Induktionstherapie gilt nicht als neoadjuvante Therapie. Entsprechend ist kein ypTNM, sondern ein pTNM zu dokumentieren.
- Mammatumoren werden getrennt nach ihrer Seite dokumentiert. Kontralaterale Tumoren gelten daher nicht als Rezidiv, sondern als neue Tumorerkrankung. In einem solchen Fall ist eine neue Diagnosemeldung zu übermitteln.
Nächste Sitzung im Herbst 2026
Zum Abschluss beantworteten die Referierenden Fragen aus den Einrichtungen. Diskutiert wurden sowohl inhaltliche Aspekte der Tumordokumentation als auch praktische Fragen zur Nutzung der Software GTDS. Die Online-Veranstaltung wurde von der Landesärztekammer Hessen mit drei Fortbildungspunkten anerkannt.
Die nächste Sitzung der AG Tumordokumentation findet am 5. November 2026 statt. Dann widmet sich die Arbeitsgruppe dem Thema gynäkologische Tumoren. Die Mitglieder sind eingeladen, die Sitzung mit Themenvorschlägen und eigenen Beiträgen aktiv mitzugestalten.
Öffentlich zugängliche Vorträge
Vortrag "Neues aus dem Krebsregister"
März 2026, Carolin Kuhl (Vertrauensstelle)Vortrag "Dokumentation von Mammatumoren, Meldungsqualität, Fragen aus den Einrichtungen"
März 2026, Carolin Kuhl (Vertrauensstelle)Hintergrund
Hessisches Onkologiekonzept
Das UCT Frankfurt-Marburg leitet die AG Tumordokumentation. Informationen zum Hessischen Onkologiekonzept finden Sie auf der Website des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt-Marburg.




