Jahrestagung 2026 des DKR e. V. in Heidelberg
Im Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg fand vom 1. bis 3. Juni 2026 die erste Jahrestagung des Deutschen Krebsregister e. V. (DKR) und der Plattform § 65c statt.
Jahrestagung 2026
Die DKR-Jahrestagung bot eine wertvolle Plattform für den Austausch, die Reflexion bisheriger Erfolge und die Diskussion zukünftiger Entwicklungen der klinisch-epidemiologischen Krebsregistrierung in Deutschland und darüber hinaus. Vier zentrale Erkenntnisse aus Heidelberg:
1. Erfolgreiche Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg
Trotz föderaler Strukturen arbeiten die Krebsregister in Deutschland seit vielen Jahren eng und erfolgreich zusammen. Zahlreiche gemeinsame Projekte belegen dies, darunter die oBDS-Schnittstellenentwicklung und -abnahme, die Standardisierung der Tumordokumentation durch das „Manual plus“, die Erstellung des bundesweiten Berichts „Krebs in Deutschland“ sowie die Entwicklung eines gemeinsamen Antragsportals für Forschende.
2. Harmonisierung als gemeinsames Ziel
Die stärkere Harmonisierung der Krebsregistrierung bleibt ein zentrales Anliegen aller Beteiligten. Gleichzeitig gilt es, regionale Besonderheiten und Anforderungen angemessen zu berücksichtigen. Dies betrifft beispielsweise die Gestaltung von Rückmeldeberichten für meldende Einrichtungen sowie die Entwicklung eines einheitlichen onkologischen Versorgungsdatensatzes für Forschende.
3. Austausch und Vernetzung als Erfolgsfaktoren
Die Arbeitsgruppen und Netzwerke des DKR sowie der Plattform § 65c leisten einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Weiterentwicklung der Krebsregistrierung. Die Tagung hat erneut gezeigt, wie wertvoll der offene Austausch von Erfahrungen und Wissen ist. Für die erfolgreiche Umsetzung gemeinsamer Ziele bleiben transparente Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen in bestehende Kompetenzen sowie die konsequente Umsetzung gemeinsamer Beschlüsse entscheidende Voraussetzungen.
4. Gute Rahmenbedingungen für eine starke Meldetätigkeit
Eine qualitativ hochwertige Krebsregistrierung erfordert nicht nur ein kontinuierliches Monitoring, sondern auch geeignete technische und politische Rahmenbedingungen. Um die Meldetätigkeit von Ärztinnen und Ärzten nachhaltig zu fördern, sind funktionierende Schnittstellenlösungen ebenso notwendig wie die Bereitstellung relevanter Krankenkassendaten. Die Unterstützung durch politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie die aktive Mitwirkung weiterer Akteure im Gesundheitswesen bleibt hierfür unverzichtbar.
Mehr als zehn Jahre klinische Krebsregistrierung – eine erfolgreiche Bilanz
Die erste DKR-Jahrestagung hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel in den vergangenen Jahren klinischer Krebsregistrierung erreicht wurde. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die zukünftige Weiterentwicklung auf kontinuierlichen Austausch, Wissenstransfer und ein abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten angewiesen ist. Die Bereitschaft, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen, war während der gesamten Veranstaltung spürbar.
Unser herzlicher Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen aus den Krebsregistern sowie den Vertreterinnen und Vertretern des Robert Koch-Instituts für die zahlreichen Gespräche, Vorträge und aufschlussreichen Posterbeiträge. Wir freuen uns schon auf die Jahrestagung 2027, die voraussichtlich in Bochum stattfinden wird.
© Hessisches Krebsregister




