Informationsfluss durch das Register

Die folgenden Übersichten veranschaulichen den Informationsfluss durch das Hessische Krebsregister. Das schließt sowohl den Meldungseingang aus verschiedenen Quellen als auch den Meldungsausgang in Form von Rückmeldungen an die Meldenden ein.

Bevölkerung in Hessen

Auf dieser Seite haben wir die eingehenden Meldungen für die Meldejahre 2017 bis 2021 aus verschiedenen Quellen gegenübergestellt. Außerdem zeigen wir auf, wie viele Rückmeldungen in diesen Jahren vom Hessischen Krebsregister an die Meldenden versendet wurden.

Da das Risiko, an Krebs zu erkranken, bei vielen Krebsarten mit zunehmendem Lebensalter steigt, ist die Krebshäufigkeit unter anderem von der Altersstruktur der betrachteten Population abhängig. Die folgende Abbildung zeigt die Altersverteilung für die schätzungsweise 6,29 Millionen Personen, die zum 31.12.2020 in Hessen lebten. Zum Vergleich ist zudem die Altersverteilung der außerhalb Hessens in Deutschland lebenden Bevölkerung dargestellt, deren Größe (abzüglich in Hessen lebender Personen) zu diesem Stichtag auf 70,57 Millionen Personen geschätzt wird. Diese Schätzung erfolgt durch Fortschreibung der Bevölkerungszahl auf Basis des Zensus 2011 und wird vom Statistischen Bundesamt vorgenommen.

Das Statistische Bundesamt führt die Kategorie Geschlecht bislang nur in den beiden Ausprägungen „weiblich“ und „männlich“ auf. Andere (nicht-binäre) Geschlechter können deshalb in der Altersverteilung nicht ausgewiesen werden.

Altersverteilung Bevölkerung
Bevölkerung in Hessen und in den anderen Bundesländern, jeweils in 10-Jahres-Altersgruppen zum 31.12.2020 nach Geschlecht.

Da die weibliche Bevölkerung (dunkel- und hellrote Balken in der Abbildung) im Schnitt älter wird, sind ihre Anteile in den älteren Altersgruppen höher als bei der männlichen Bevölkerung (als dunkel- und hellblaue Balken dargestellt), deren Anteile in älteren Altersgruppen entsprechend schneller abnehmen. Die dunkleren Farbtöne beider Geschlechter beziehen sich auf die in Hessen lebende Bevölkerung, der die Bevölkerung der anderen Bundesländer Deutschlands gegenübergestellt ist (hellrot bzw. hellblau).

Es wird deutlich, dass die Bevölkerung Hessens etwas jünger ist als die der restlichen Bundesländer (siehe Abbildung).

Behandlungen in Hessen

Die folgende Tabelle stellt den Meldungseingang in das Hessische Krebsregister für die Jahre 2017 bis 2021 gegenüber. In Abhängigkeit von der Art der Meldung haben wir zum einen die Gesamtzahl der eingegangenen Meldungen aufgeführt. Zum anderen ist zu sehen, wie viele dieser Meldungen sich auf das Bundesland Hessen beziehen (Werte in Klammern). Die Zahlen spiegeln den Stand der Datenbank zum 28.01.2022 wider.

Meldungsquelle: Praxen und Krankenhäuser in Hessen

2017

2018

2019

2020

2021

Meldungsart

Anzahl total
(reduziert auf hess. Bev.)

Anzahl total
(reduziert auf hess. Bev.)

Anzahl total
(reduziert auf hess. Bev.)

Anzahl total
(reduziert auf hess. Bev.)

Anzahl total
(reduziert auf hess. Bev.)

Diagnosemeldung

76.524
(64.882)

47.100
(39.747)

47.317
(40.977)

64.640
(60.074)

53.645
(49.962)

Meldung zur Diagnosesicherung

32.247
(26.759)

36.160
(30.350)

43.615
(37.342)

57.299
(46.550)

44.508
(37.920)

Therapiemeldung

88.175
(77.488)

69.055
(59.529)

70.338
(63.950)

107.376
(99.679)

110.154
(102.072)

Meldung zu Änderung im Verlauf der Erkrankung

123.459
(107.065)

73.582
(63.647)

69.297
(57.445)

104.465
(91.191)

110.644
(99.852)

Meldung im Todesfall

6.069
(5.607)

7.255
(6.907)

8.394
(7.973)

9.127
(8.657)

9.377
(8.893)

Meldung anderer Art (z.B. Tumorkonferenz)

6.985
(6.445)

7.010
(6.331)

23.143
(21.104)

21.670
(20.061)

23.357
(21.368)

Gesamt

333.459
(288.246)

240.162
(206.511)

262.104
(228.791)

364.577
(326.212)

351.685
(320.067)

Es ist zu sehen, dass die Anzahl eingegangener Meldungen 2017 höher ist als 2018. Das liegt daran, dass viele große hessische Einrichtungen im Jahr 2017 erstmals in großem Umfang Meldungen auf elektronischem Wege an das Krebsregister sendeten. Diese initialen Meldungspakete enthalten zahlreiche (teils länger zurückliegende) Diagnosejahre. Da die folgenden Meldungspakete nur die Daten enthalten, die seit der letzten Zusendung hinzukamen, fallen sie in der Regel wesentlich kleiner aus als das erste Meldungspaket. Ab 2018 steigt die Anzahl der eingegangenen Meldungen sukzessive an, da fortlaufend mehr Krankenhäuser und Praxen an den elektronischen Meldungsweg angebunden werden.

Die obige Darstellung der Meldeaktivität innerhalb Hessens zusammen mit Angaben über die Bevölkerung im Einzugsgebiet werden als Leistungsdaten bezeichnet. Ihre regelmäßige Veröffentlichung wird im Rahmen der Überprüfung der Krebsregister durch das Förderkriterium 6.01 abgefragt.

Weiterer Meldungseingang

Damit die Patientendaten im Falle einer Adress-, Namens- oder Geschlechtsänderung weiterhin der richtigen Person zugeordnet werden können, schicken die Einwohnermeldeämter dem Krebsregister entsprechende Änderungen zu. Da den Ämtern nicht bekannt ist, wer von Krebs betroffenen ist, werden die Änderungen aller mit Hauptwohnsitz in Hessen lebenden Personen an das Krebsregister gesendet. Analog senden Gesundheitsämter und Einwohnermeldeämter auch die Todesfälle innerhalb Hessens an das Krebsregister. Informationen über Sterbedaten von Patientinnen und Patienten sind wichtig, um beispielsweise das Gesamtüberleben nach einer bestimmten Therapieart auswerten zu können.

Die folgende Tabelle zeigt auf, wie viele Meldungen aus Melde- und Gesundheitsämtern in das Hessische Krebsregister eingingen. Die Jahreszahlen 2017 bis 2021 beziehen sich hierbei auf den Zeitpunkt der berichteten Änderung bzw. das Sterbejahr.

Meldungsquelle

2017

2018

2019

2020

2021

Anzahl

Anzahl

Anzahl

Anzahl

Anzahl

Einwohnermeldeämter
(Aktualisierung der Daten)

2.035.447

1.858.575

1.844.876

1.724.303

1.695.445

Gesundheitsämter
(im Todesfall)

66.493

66.440

67.740

65.460

72.724

Gesamt

2.101.940

1.925.015

1.912.616

1.789.763

1.961.578

Werden Patientinnen und Patienten aus Hessen in anderen Bundesländern onkologisch behandelt, so senden diese Praxen und Krankenhäuser die relevanten Daten an das dortige Krebsregister des jeweiligen Behandlungsort-Bundeslandes. Dieses gibt die Meldungen, die in Hessen ansässige Personen betreffen, an das Hessische Krebsregister weiter. Dieser registerübergreifende Datenaustausch wurde seit Ende 2018 aufgebaut und stellt neben den beiden in obiger Tabelle erwähnten Ämtern eine weitere Datenquelle dar, aus der Informationen in das Hessische Krebsregister fließen.

Meldungsausgang

Ein wichtiges Ziel der landesweiten Krebsregistrierung ist es, die patientenbezogene Zusammenarbeit bei der Krebsbehandlung zu fördern. Dazu ist es notwendig, dass das Krebsregister als zentrale Einheit einerseits die relevanten Daten aus den verschiedenen oben genannten Quellen sammelt und patientenbezogen zusammenführt, um diese dann andererseits an diejenigen Stellen weiterzugeben, die an der individuellen Krebsbehandlung beteiligt sind.

Um den Erfolg ihrer Behandlungen verfolgen zu können, übermittelt das Krebsregister den meldenden Einrichtungen neu aufgetretene Tumoraktivitäten über den Tumorstatus sowie Sterbefälle über den Vitalstatus für ihre Patientinnen und Patienten, auch wenn die Meldungen hierzu von einer anderen Einrichtung stammen. Diese Rückmeldungen ergänzen die in den Einrichtungen bereits vorliegenden Informationen und können beispielsweise zu Zertifizierungen herangezogen werden. Seit Ende 2017 wird in Hessen der Versand dieser Rückmeldungen sukzessive ausgebaut. Das Register verschickt die Meldungen im Frühjahr und Herbst jedes Jahres an die elektronisch meldenden Einrichtungen.

Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Aktualisierungen dieser Art das Hessische Krebsregister in den Jahren 2017 bis 2021 versendet hat. Zudem wird aufgeführt, wie viele Meldungen im Rahmen des registerübergreifenden Datenaustauschs aus Hessen an die jeweils weiteren zuständigen Krebsregister gesendet wurden.

Meldungsquelle: Hessisches Krebsregister

2017

2018

2019

2020

2021

Meldungsart

Anzahl Personen
bzw. Tumorfälle

Anzahl Personen
bzw. Tumorfälle

Anzahl Personen
bzw. Tumorfälle

Anzahl Personen
bzw. Tumorfälle

Anzahl Personen
bzw. Tumorfälle

Vitalstatus (Todesfall)
an hess. Meldende

6.613

46.091

23.636

31.052

36.048

Tumorstatus (Verlauf)
an hess. Meldende

14.667

35.039

21.374

44.350

Registerübergreifender Datenaustausch

73.910

32.103

43.715

46.154

Gesamt

6.613

134.668

95.335

96.141

126.552

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