Informationsfluss durch das Register

Die folgenden Übersichten veranschaulichen den Informationsfluss durch das Hessische Krebsregister. Das schließt sowohl den Meldungseingang aus verschiedenen Quellen als auch den Meldungsausgang in Form von Rückmeldungen an die Meldenden ein.

Auf dieser Seite haben wir die eingehenden Meldungen für die Meldejahre 2017 bis 2019 aus verschiedenen Quellen gegenübergestellt. Außerdem zeigen wir auf, wie viele Rückmeldungen in diesen Jahren von dem Hessischen Krebsregister an die Meldenden versendet wurden.

Bevölkerung in Hessen

Da das Risiko, an Krebs zu erkranken, bei vielen Krebsarten mit zunehmendem Lebensalter steigt, ist die Krebshäufigkeit unter anderem von deren Altersstruktur der betrachteten Population abhängig. Die folgende Abbildung zeigt die Altersverteilung für die knapp 6,24 Millionen Personen, die zum Stichtag 31.12.2017 in Hessen lebten. Diese Schätzung erfolgt durch Fortschreibung der Bevölkerungszahl auf Basis des Zensus 2011 und wird vom Statistischen Bundesamt vorgenommen.

bevoelkerung
Bevölkerung in Hessen und in den anderen Bundesländern, jeweils in 10-Jahres-Altersgruppen zum 31.12.2017 nach Geschlecht.

Da die weibliche Bevölkerung (rote/orange Balken in der Abbildung) im Schnitt älter wird, sind ihre Anteile in den älteren Altersgruppen höher als bei der männlichen Bevölkerung (als (hell)blaue Balken dargestellt), deren Anteile in älteren Altersgruppen entsprechend schneller abnehmen. Die dunkleren Farbtöne beider Geschlechter beziehen sich auf die in Hessen lebende Bevölkerung, der die Bevölkerung der anderen Bundesländer Deutschlands gegenübergestellt ist (hellblau bzw. orange). So wird deutlich, dass die Bevölkerung Hessens etwas jünger ist als die im Rest Deutschlands, vgl. dazu auch die in der Legende angegebenen Mediane.

Behandlungen in Hessen

Die folgende Tabelle stellt den Meldungseingang in das Hessische Krebsregister für die Jahre 2017 bis 2019 gegenüber. In Abhängigkeit von der Art der Meldung haben wir zum einen die Gesamtzahl der eingegangenen Meldungen aufgeführt. Zum anderen ist zu sehen, wie viele dieser Meldungen sich auf das Bundesland Hessen beziehen (Werte in Klammern). Die Zahlen spiegeln den Stand der Datenbank zum 30.01.2020 wider.

Meldungsquelle: Praxen und Krankenhäuser in Hessen

2017

2018

2019

Meldungsart

Anzahl total
(reduziert auf hess. Bev.)

Anzahl total
(reduziert auf hess. Bev.)

Anzahl total
(reduziert auf hess. Bev.)

Diagnosemeldung

73.646
(62.106)

43.990
(37.137)

28.585
(23.720)

Meldung zur Diagnosesicherung

31.802
(26.638)

38.508
(30.969)

31.668
(27.696)

Therapiemeldung

81.860
(71.332)

62.764
(54.142)

41.343
(37.546)

Meldung zu Änderung im Verlauf der Erkrankung

122.297
(105.867)

71.780
(61.856)

47.132
(38.882)

Meldung im Todesfall

5.802
(5.343)

6.941
(6.620)

2.876
(2.737)

Meldung anderer Art (z.B. Tumorkonferenz)

5.794
(5.794)

5.323
(4.816)

11.209
(10.261)

Gesamt

321.201
(276.624)

229.306
(195.540)

162.813
(140.842)

Wie zu sehen ist, ist die Anzahl eingegangener Meldungen 2017 am höchsten und nimmt in den Folgejahren ab. Das liegt daran, dass viele große hessische Einrichtungen im Jahr 2017 erstmals in großem Umfang Meldungen auf elektronischem Wege an das Krebsregister sendeten. Diese initialen Meldungspakete enthalten zahlreiche (teils länger zurückliegende) Diagnosejahre. Da die folgenden Meldungspakete nur die Daten enthalten, die seit der letzten Meldung hinzukamen, fallen sie in der Regel wesentlich kleiner aus als das erste Meldungspaket.

Die obige Darstellung der Meldeaktivität innerhalb Hessens zusammen mit Angaben über die Bevölkerung im Einzugsgebiet werden als Leistungsdaten bezeichnet. Ihre regelmäßige Veröffentlichung wird im Rahmen der Überprüfung der Krebsregister durch Förderkriterium 6.01 abgefragt.

Weiterer Meldungseingang

Damit die Patientendaten im Falle einer Adress-, Namens- oder Geschlechtsänderung weiterhin der richtigen Person zugeordnet werden können, schicken die Einwohnermeldeämter dem Krebsregister entsprechende Änderungen zu. (Da den Ämtern nicht bekannt ist, wer von Krebs betroffenen ist, werden die Änderungen aller mit Hauptwohnsitz in Hessen lebenden Personen an das Krebsregister gesendet.) Analog senden Gesundheitsämter und Einwohnemeldeämter auch die Todesfälle innerhalb Hessens an das Krebsregister. Informationen über Sterbedaten von Patientinnen und Patienten sind wichtig, um beispielsweise das Gesamtüberleben nach einer bestimmten Therapieart auswerten zu können.

Werden Patientinnen und Patienten aus Hessen in anderen Bundesländern onkologisch behandelt, so senden diese Praxen und Krankenhäuser die relevanten Daten an das Krebsregister des jeweiligen Behandlungsort-Bundeslandes. Dieses gibt die Meldungen, die in Hessen ansässige Personen betreffen, an das Hessische Krebsregister weiter. Dieser registerübergreifende Datenaustausch ist seit Ende 2018 im Aufbau, weshalb die ausgetauschten Meldungen noch zunehmen werden.

Die folgende Tabelle zeigt auf, wie viele Meldungen aus Melde- und Gesundheitsämtern sowie anderen Landeskrebsregistern in den Jahren 2017 bis 2019 in das Hessische Krebsregister eingingen.

Meldungsquelle

2017

2018

2019

Anzahl

Anzahl

Anzahl

Einwohnermeldeämter
(Aktualisierung der Daten)

2.035.447

1.858.575

1.833.316

Gesundheitsämter
(im Todesfall)

66.493

66.480

67.486

Registerübergreifender Datenaustausch

104.678

Gesamt

2.101.940

2.029.733

1.900.802

Meldungsausgang

Ein wichtiges Ziel der landesweiten Krebsregistrierung ist es, die patientenbezogene Zusammenarbeit bei der Krebsbehandlung zu fördern. Dazu ist es notwendig, dass das Krebsregister als zentrale Einheit einerseits die relevanten Daten aus den verschiedenen o.g. Quellen sammelt und patientenbezogen zusammenführt, um diese dann andererseits an diejenigen Stellen weiterzugeben, die an der individuellen Krebsbehandlung beteiligt sind. Um den Erfolg ihrer Behandlungen verfolgen zu können, übermittelt das Krebsregister den meldenden Einrichtungen neu aufgetretene Tumoraktivitäten über den Tumorstatus sowie Sterbefälle über den Vitalstatus für ihre Patientinnen und Patienten, auch wenn die Meldungen hierzu von einer anderen Einrichtung stammen. Diese Rückmeldungen ergänzen die in den Einrichtungen bereits vorliegenden Informationen und können beispielsweise zu Zertifizierungen herangezogen werden. Seit Ende 2017 wird in Hessen der Versand dieser Rückmeldungen sukzessive ausgebaut. Das Register verschickt die Meldungen im Frühjahr und Herbst jeden Jahres an die elektronisch meldenden Einrichtungen.

Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Aktualisierungen dieser Art das Hessische Krebsregister in den Jahren 2017 bis 2019 versendet hat. Zudem wird aufgeführt, wie viele Meldungen im Rahmen des registerübergreifenden Datenaustauschs aus Hessen an die jeweils weiteren zuständigen Krebsregister gesendet wurden.

Meldungsquelle: Hessisches Krebsregister

2017

2018

2019

Meldungsart

Anzahl Personen
bzw. Tumorfälle

Anzahl Personen
bzw. Tumorfälle

Anzahl Personen
bzw. Tumorfälle

Vitalstatus (Todesfall)
an hess. Meldende

6.613

46.091

25.793

Tumorstatus (Verlauf)
an hess. Meldende

14.667

37.439

Registerübergreifender Datenaustausch

73.910

32.103

Gesamt

6.613

134.668

95.335