Landesweite Qualitätskonferenz ZNS-Tumoren 2021

Mitte Dezember 2021 fand die 3. Qualitätskonferenz des Hessischen Krebsregisters statt, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt ZNS-Tumoren. Epidemiologische Kennzahlen, regionale Versorgungsstrukturen und die onkologische Versorgung Betroffener standen im Zentrum der Auswertungen, des medizinischen Fachvortrags und des Austauschs mit den hessischen Ärztinnen und Ärzten und Interessierten.

Onkologische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Gliomen in Hessen

Mit dem Ziel, die Evaluation der Versorgungssituation und den fachlichen Austausch der Behandelnden zu unterstützen, wertete das Hessische Krebsregister Diagnose-, Therapie- und Verlaufsdaten von Betroffenen mit Neubildungen im zentralen Nervensystem (ZNS) mit dem Schwerpunkt Gliome aus.

In einem allgemeinen Überblick zum Erkrankungsgeschehen wurden primäre und sekundäre ZNS-Neoplasien in Hessen verglichen u.a. hinsichtlich jährlicher Fallzahlen, der Geschlechts- und Altersverteilung. Die Ursprungsorgane sekundärer Gehirntumoren wurde beleuchtet, ebenso wie Dignität, Lokalisation und Histomorphologie primärer Neubildungen des ZNS.

Die im Bereich ZNS am häufigsten auftretende Gruppe der malignen Gliome des Gehirns wurde einer detaillierten Analyse unterzogen. Die Versorgungsstrukturen Hessens wurden für die maßgeblich an der Diagnose und Behandlung beteiligten Fachgebiete gezeigt und regionale Unterschiede in der Versorgung der Betroffenen dargestellt. Patientinnen-/Patienten- und Tumorcharakteristika sowie die molekular-pathologische Diagnostik wurden betrachtet. Durchgeführte Therapien wurden anhand von Leitlinienempfehlungen (EANO Guidelines 2017) evaluiert und insbesondere die operative Behandlung und die Bestrahlungstherapie genauer analysiert. Das Gesamtüberleben der Betroffenen wurde hinsichtlich verschiedener Einflussfaktoren ausgewertet und mit den Ergebnissen publizierter Studien verglichen. Abschließend konnte anhand der Krebsregisterdaten auch ein erster Blick auf mögliche Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Diagnose und Behandlung von Gliomen gezeigt werden.

In einem medizinischen Fachvortrag zum Status quo der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Gliomen gab PD Dr. Marie-Thérèse Forster, leitende Oberärztin und zweite stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt, einen anschaulichen und umfassenden Überblick über aktuelle Forschungsarbeiten und Behandlungsstandards von Gliomen, die eine enge Verzahnung zahlreicher Fachgebiete zur bestmöglichen Versorgung Betroffener vorsehen.

Die diesjährige landesweite Qualitätskonferenz fand online statt und wurde durch die Landesärztekammer Hessen als ärztliche Fortbildungsveranstaltung mit zwei Punkten zertifiziert.

Allen Teilnehmenden gilt unser Dank für die angeregten fachlichen Diskussionen zum Erkrankungsgeschehen und der medizinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit ZNS-Tumoren in Hessen.

In den interdisziplinären Qualitätskonferenzen mit den Ärztinnen und Ärzten Hessens wird die Qualität der onkologischen Versorgung in unserem Bundesland dargestellt und im fachlichen Austausch einrichtungsübergreifend evaluiert.

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Dr. Katharina Bernhardt<br>

Dr. Katharina Bernhardt
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