Meldende Ärztinnen und Ärzte in Hessen

Als Meldende bezeichnen wir hessische Ärztinnen und Ärzte, die bestimmte Informationen (Meldungen) zur onkologischen Behandlung ihrer Patientin bzw. ihres Patienten an das Hessische Krebsregister übermitteln. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die Meldeanlässe, Meldestrukturen und -abläufe.

Hessische Meldestruktur

Meldepflichtig sind hessische Ärztinnen und Ärzte, die an der onkologischen Behandlung einer Patientin bzw. eines Patienten beteiligt sind. Folglich betrifft dies alle Ärztinnen und Ärzte, die in der ambulanten und/oder stationären Versorgung tätig sind:

1. Ambulante Versorgung

  • Einzelpraxis
    Meldende: Praxisinhaberin bzw. Praxisinhaber
  • Berufsausübungsgemeinschaft
    Meldende: eine Praxisinhaberin bzw. ein Praxisinhaber

2. Stationäre Versorgung

  • Krankenhaus mit Krankenhausabteilung
    Meldende: Chefärztin bzw. Chefarzt

Im stationären Bereich wird oftmals ein Tumorzentrum mit der Übermittlung der Meldung an das Hessische Krebsregister beauftragt. Das Tumorzentrum ist der Einsender der Meldung. Die Chefärztin bzw. der Chefarzt der jeweiligen Abteilung ist jedoch Melderin bzw. Melder im Sinne des Hessischen Krebsregistergesetzes.

3. Zentren in der Onkologie

Es gibt drei verschiedene Kategorien von Krebszentren:

  • Organkrebszentren (Center, C)
  • Onkologische Zentren (Cancer Center, CC)
  • Onkologische Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Center, CCC)

Krebszentren sichern die flächendeckende, wohnortnahe Krebsbehandlung von Betroffenen und verfügen daher über einen Großteil der medizinischen Behandlungsinformationen, die für das Krebsregister relevant sind. Deshalb ist es wichtig, dass sie eng mit dem Krebsregister zusammenarbeiten.

Kooperation mit den hessischen Organkrebszentren

In § 65c SGB V ist die Zusammenarbeit zwischen den Zentren in der Onkologie und den klinischen Krebsregistern gesetzlich verankert. Ob diese Zusammenarbeit erfolgt, wird im Rahmen der Zertifizierung durch die DKG abgefragt: In den Erhebungsbögen (i. d. R. in Kapitel 10) wird der Nachweis einer Kooperationsvereinbarung mit dem zuständigen § 65c-Krebsregister gefordert. In Hessen wird eine Kooperationsbestätigung ausgehändigt, die von der DKG einem Nachweis gleichgestellt ist.

Weitere Informationen zu den Zentren in der Onkologie:

Meldeanlässe zu einer Krebserkrankung

Hessische Ärztinnen und Ärzte, die an der onkologischen Behandlung einer Patientin bzw. eines Patienten mitwirken, sind nach § 4 Hessisches Krebsregistergesetz (HKRG) dazu aufgefordert, Behandlungsinformationen an das Hessische Krebsregister zu übermitteln. Dies geschieht, sofern eine meldepflichtige Krebserkrankung vorliegt, über Meldungen zu festgelegten Meldeanlässen.

Meldeanlässe

Meldeanlass laut HKRG:

zu melden als:

Diagnose einer Tumorerkrankung

Diagnose

Histologische, zytologische und autoptische Sicherung der Diagnose

Histologie

Beginn sowie der Abschluss einer therapeutischen Maßnahme

Operation
Strahlentherapie (Beginn und Ende)
Systemische Therapie (Beginn und Ende)

Änderungen im Krankheitsverlauf, insbesondere durch das Auftreten von Rezidiven, Metastasen und Zweittumoren

Verlauf

Ergebnis der Nachsorge

Verlauf

Tod der Patientin oder des Patienten

Abschluss

Meldeanlässe im Behandlungsverlauf

Der Verlauf einer Krebserkrankung ist individuell unterschiedlich. Um aufzuzeigen, wie die Informationen zu dem Krebsgeschehen an das Hessische Krebsregister zu melden sind, werden in der nachfolgenden Grafik die Meldeanlässe in einem beispielhaften Krankheitsverlauf dargestellt.

Meldeanlässe im Behandlungsverlauf
Beispielhafter Krankheitsverlauf (von Behandlungsbeginn bis -ende)

Nicht nur aktuelle Daten relevant

Seit Inkrafttreten des Hessischen Krebsregistergesetzes am 25.10.2014 sind hessische Ärztinnen und Ärzte dazu verpflichtet, Informationen zur onkologischen Behandlung an das Krebsregister zu melden. Einrichtungen, die Daten aus zurückliegenden Jahren (25.10.2014 bis heute) noch nicht übermittelt haben, sind bei Vorliegen einer meldepflichtigen Krebserkrankung zur nachträglichen Meldung aufgefordert.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten

Die Krebsbehandlung einer Patientin bzw. eines Patienten erfordert in der Regel eine ärztliche fach- und sektorübergreifende Zusammenarbeit. Jede hessische Ärztin bzw. jeder hessische Arzt ist gesetzlich dazu aufgefordert, Informationen zur Krebsbehandlung seiner Patientin bzw. seines Patienten an das Hessische Krebsregister zu übermitteln.

Das bedeutet, dass dem Hessischen Krebsregister zu einer Patientin bzw. einem Patienten mehrere Meldungen zu einem Meldeanlass von mehreren Ärztinnen und Ärzten vorliegen können. Das Team Medizinische Dokumentation der Vertrauensstelle prüft die übermittelten Meldungen auf Vollständigkeit sowie Plausibilität und führt die „besten“ Informationen für jeden Meldeanlass zu einem „Best-Of-Datensatz“ zusammen. Dieser Datensatz umfasst alle zum Bearbeitungszeitpunkt im Krebsregister erfassten Informationen zu Diagnose, Therapien und dem langfristigen Verlauf zu einem Krebsfall (siehe Abbildung). Der Best-Of-Datensatz bildet die Grundlage für Auswertungen und die klinisch-epidemiologische Berichterstattung.

Best-Of Meldung
Bildung des Best-Of-Datensatzes

Meldeakquise

Gemeinsam gegen den Krebs: Zur Erreichung der flächendeckenden klinisch-epidemiologischen Krebsregistrierung in Hessen und zur Erfüllung des gesetzlichen Auftrags hat das Hessische Krebsregister mit hessischen Zentren, Krankenhäusern und anderen Institutionen bedeutsame Kooperationen geschlossen.

Unsere Aktivitäten zur Meldeakquise können Sie hier nachlesen:

Sie erhalten für Ihre Meldungen:

  1. eine Meldevergütung
  2. Informationen zum aktuellen Vitalstatus Ihrer Patientin bzw. Ihres Patienten
  3. Informationen zur Behandlung und Verlaufsbeurteilung
    durch andere Ärztinnen und Ärzte
  4. Unterstützung in der Tumordokumentation

Newsletter

In unseren Newsletter erhalten meldende Ärztinnen und Ärzte Informationen und Neuigkeiten rund um das Hessische Krebsregister.

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Irmgard Gebl<br>

Irmgard Gebl
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