Häufig gestellte Fragen

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu verschiedenen Themen rund um das Hessische Krebsregister. Sollten Fragen offengeblieben sein, können Sie sich gerne direkt an uns wenden.

Meldevorgang

Wer muss an das Hessische Krebsregister melden?

Meldepflichtige Personen sind alle in Hessen tätigen Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte, die eine Tumorpatientin bzw. einen Tumorpatienten behandeln. Folglich betrifft dies alle Ärztinnen und Ärzte, die in der ambulanten und/oder stationären Versorgung tätig sind. Mehr Informationen finden Sie auf der Seite Meldende.

Was muss ich melden?

Hessische Ärztinnen und Ärzte, die an der onkologischen Behandlung einer Patientin bzw. eines Patienten mitwirken, sind nach § 4 Hessisches Krebsregistergesetz (HKRG) dazu aufgefordert, Behandlungsinformationen an das Hessische Krebsregister zu übermitteln. Dies geschieht, sofern eine meldepflichtige Krebserkrankung vorliegt, über Meldungen zu festgelegten Meldeanlässen.

Meldeanlässe sind:

  • die Diagnose einer Tumorerkrankung,
  • die histologische, zytologische und autoptische Sicherung der Diagnose,
  • der Beginn sowie der Abschluss einer therapeutischen Maßnahme
    (z. B. Operation, Strahlentherapie, systemische Therapie),
  • Änderungen im Krankheitsverlauf, insbesondere durch das Auftreten von Rezidiven, Metastasen und Zweittumoren,
  • das Ergebnis der Nachsorge,
  • der Tod der Patientin bzw. des Patienten.

Ab welchem Zeitpunkt muss ich melden?

Die Meldung an das Hessische Krebsregister muss unverzüglich nach der Durchführung der Behandlung erfolgen.

Was ist der erste Schritt zur Meldetätigkeit?

Um Meldungen an uns übermitteln zu können, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Auf der Seite Anmeldung und Datenänderung finden Sie den Anmeldebogen.
Mehr lesen: Wie Sie Melderin bzw. Melder werden - 5 Schritte zur ersten Meldung

Wie kann ich Meldungen übermitteln?

Ärztinnen und Ärzte können über das browserbasierte Meldeportal bzw. über den Meldeportal-UploadClient (MUC) onkologische Behandlungsinformationen an das Krebsregister melden.

Können Meldungen auch rückwirkend erfolgen?

Seit Inkrafttreten des Hessischen Krebsregistergesetzes am 25.10.2014 müssen hessische Ärztinnen und Ärzte an das Krebsregister melden, wenn sie onkologisch tätig sind. Einrichtungen, die Daten aus zurückliegenden Jahren (25.10.2014 bis heute) noch nicht übermittelt haben, sind bei Vorliegen einer meldepflichtigen Krebserkrankung zur nachträglichen Meldung aufgefordert.
Weitere Informationen:
Mit Ihrer Unterstützung Lücken in der Dokumentation schließen

Wie melde ich mehrere Tumorerkrankungen einer Person?

Bitte melden Sie jede Tumorerkrankung in einem separaten Datensatz bzw. auf einem separaten Meldebogen.

Soll ich auch Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz in anderen Bundesländern melden?

Ja, denn die Erfassung erfolgt unabhängig vom Wohnort der Patientin bzw. des Patienten.

Die Vertrauensstelle wird die Meldungen über die eigene Verarbeitung hinaus zusätzlich an die für die Wohnorte der Patientinnen und Patienten zuständigen Krebsregister anderer Bundesländer weiterleiten. So gibt es in jedem Bundesland einen behandlungsortbezogenen und einen wohnortbezogenen Datenbestand.

Datenschutz, Patientenunterrichtung und Widerspruch

Dürfen Sie uns bei Nachfragen aufgrund der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung Auskunft erteilen?

Ja, dürfen und sollten Sie, um Ihre Meldung gemäß den Mindestanforderungen zu vervollständigen und diese im Anschluss zur Vergütung weiterleiten zu können. Sollten Sie eine schriftliche Nachfrage einer telefonischen vorziehen, so lassen Sie uns dies bitte wissen, damit wir die nicht erfüllten Mindestanforderungen schriftlich erfragen.

Wer ist für die Unterrichtung der Patientin bzw. des Patienten zuständig?

Die Unterrichtung der Patientinnen und Patienten über die Meldung an das Hessische Krebsregister und das bestehende Widerspruchsrecht, erfolgt grundsätzlich durch Sie als behandelnde Ärztin bzw. behandelnder Arzt. Sie sind somit auch zuständig für die Unterrichtung über Meldungen von Ärztinnen und Ärzte, die keinen oder nur einmaligen Patientenkontakt haben.

Wie habe ich meine Patientinnen und Patienten zu unterrichten?

Sie müssen die Patientin bzw. den Patienten über die Meldung oder die beabsichtigte Meldung unterrichten und über ihr/sein Widerspruchsrecht aufklären. Als Unterstützung kann Ihnen hierzu unsere Patienteninformation dienen, welche auf unserer Website bestellbar sind.

Wir bitten Sie, Ihren Patientinnen und Patienten bei Nachfragen den heutzutage unbestrittenen Nutzen eines klinisch-epidemiologischen Krebsregisters zu erklären und eventuellen Ängsten vorzubeugen.

Welche Besonderheiten treten bei Meldungen durch Pathologinnen und Pathologen auf?

Wegen des fehlenden Patientenkontaktes entfällt in diesem Fall die direkte Unterrichtung der Patientin bzw. des Patienten über die Meldung an das Hessische Krebsregister und ihr/sein Widerspruchsrecht. Stattdessen sollte die Unterrichtung von den einsendenden behandelnden Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden, was die Pathologin bzw. der Pathologe beispielsweise durch einen entsprechenden Textbaustein im Befundbericht veranlassen kann.

Ein mit dem Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit abgestimmtes Formulierungsbeispiel lautet: „Hinweis gemäß §5 Abs. 2 und 6 Hess. Krebsregister: Die gesetzliche Meldung an das Krebsregister habe ich vorgenommen. Ich habe Sie auf die Pflicht hinzuweisen, den Patienten / die Patientin über die erfolgte Meldung und sein/ihr Widerspruchsrecht zu informieren.“

Ich habe nur einmaligen Kontakt (z. B. in der Diagnostik) mit der Patientin bzw. dem Patienten und kann sie/ihn daher nicht selbst über die Meldung informieren. Darf ich trotzdem melden?

Wegen des häufig fehlenden zweiten Patientenkontaktes entfällt in diesem Fall die direkte Unterrichtung der Patientin bzw. des Patienten über die Meldung an das Hessische Krebsregister und ihr/sein Widerspruchsrecht.

Stattdessen sollte die Unterrichtung von den überweisenden behandelnden Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden, welcher der diagnostisch tätige Arzt beispielsweise durch einen entsprechenden Textbaustein im Befundbericht veranlassen kann. Ein mit dem Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit abgestimmtes Formulierungsbeispiel lautet: „Hinweis gemäß § 5 Abs. 2 und 6 Hessisches Krebsregistergesetz: Die gesetzliche Meldung an das Krebsregister habe ich vorgenommen. Ich habe Sie auf die Pflicht hinzuweisen, den Patienten bzw. die Patientin über die erfolgte Meldung und sein/ihr Widerspruchsrecht zu informieren.“

Wie ist bei einem Widerspruch vorzugehen?

Ist die Patientin bzw. der Patient mit der Meldung an das Hessische Krebsregister nicht einverstanden, ist ein Widerspruch einzureichen. Die Patientin bzw. Patient sollte dies mit seiner behandelnden Ärztin bzw. seinem behandelnden Arzt klären. Die Ärztin bzw. der Arzt hat somit die Meldung an das Hessische Krebsregister zu unterlassen bzw. bei bereits erfolgter Meldung einen schriftlichen Widerspruch einzureichen.

Dafür senden Sie ein formloses Schreiben an die Vertrauensstelle. In dem Schreiben sollten die Identitätsdaten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse der Patientin bzw. des Patienten) enthalten sein. Nach dem Widerspruch werden eventuell neu eingehende Daten zu der Krebserkrankung nicht mehr im Krebsregister aufgenommen.

Weitere Informationen:
Widerspruch

Vergütung

Werden die Meldungen vergütet?

Ja, die Abrechnungsstelle zahlt den meldenden Ärztinnen und Ärzten eine Meldevergütung aus, welche von den Kostenträgern getragen wird. Mehr Informationen stehen auf der Seite Vergütung der Meldungen bereit.

Damit Ihre Meldungen den entsprechend zuständigen Kostenträger zugeordnet werden können, ist es wichtig, dass Sie den Namen, das Institutionskennzeichen des Kostenträgers und (bei gesetzlich Versicherten) die Krankenversicherungsnummer der Versicherten angeben. Diese Angaben sind notwendig, da die Kostenträger und Beihilfestellen eine Einzelfallabrechnung wünschen, welche sie auf Personenebene mit dem eigenen Bestand abprüfen.

Weitere Informationen:
Dokumentation von Versichertendaten

Wann wird vergütet?

Die in der Vertrauensstelle eingegangenen Meldungen werden alle zwei Monate zur Abrechnungsstelle weitergeleitet, sodass dann eine Vergütung durch die Kostenträger stattfinden kann. Bei Fragen zur Vergütung wenden Sie sich bitte an die Abrechnungsstelle.

Wie oft werden Verläufe vergütet?

Wenn Sie Patientinnen und Patienten nach einer Krebsbehandlung begleiten und Änderungen (z. B. Rezidive, Metastasen und Zweittumoren) feststellen, ist eine Meldung an das Krebsregister vorzunehmen. Dies ist unabhängig davon, wann die letzte Meldung zuvor erfolgte. Bei unverändertem Krankheitsgeschehen (z. B. Tumorfreiheit) wird in den ersten fünf Jahren nach der Erstdiagnose eine Meldung pro Halbjahr vergütet. Anschließend ist - für weitere fünf Jahre - eine Verlaufsmeldung pro Jahr vergütungsfähig.

Was muss ich melden, damit meine Meldung vergütet werden kann?

Damit Ihre Meldung vergütet werden kann, sollte sie den Mindestanforderungen genügen.

Sollten die Mindestanforderungen Ihrer Meldung nicht erfüllt sein, kontaktieren wir Sie, um die Meldung gemäß den Mindestanforderungen zu vervollständigen und im Anschluss zur Vergütung weiterleiten zu können. Sollten Sie eine schriftliche einer telefonischen Nachfrage vorziehen, so teilen Sie uns dies bitte mit.

Allgemeines

Wie kann ich neue Patienteninformationsflyer und andere Publikationen bestellen?

Auf unserer Website unter "Bestellung von Meldeunterlagen" können Sie jederzeit online Informationsmaterialien für Patientinnen und Patienten sowie weitere Publikationen bestellen.

Elektronische Datenübermittlung

Welche ID hinterlege ich in meinem Tumordokumentationssystem für unsere Abteilungen?

Bitte nutzen Sie falls möglich die vom Hessischen Krebsregister zugeteilten Melder-IDs. Diese haben die Form 123456/123456.

Kann ich elektronische Pathologiemeldungen schicken?

Ja, sprechen Sie Ihren Softwareanbieter auf das entsprechende Modul an. Eine Verschlüsselungsoption zur sicheren Übermittlung wird Ihnen seitens des Hessischen Krebsregisters angeboten.

Meldeportal

Ab wann funktioniert das Meldeportal (Web) zur Online-Erfassung meiner Meldungen?

Ab sofort können Sie das Meldeportal für die Online-Erfassung von Meldungen nutzen. Umfangreiche Informationen stehen Ihnen auf folgenden Seiten bereit:

Bieten Sie zum Meldeportal (Web) Schulungen an?

Ja, wir bieten regelmäßig Schulungen an. Ärztinnen und Ärzte erhalten für ihre Teilnahme Fortbildungspunkte. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:
Veranstaltungen des Hessischen Krebsregisters

Wo finde ich weitere Informationen zum Meldeportal?

Umfangreiche Informationen stehen Ihnen auf dieser Seite zur Verfügung:
Meldeportal des Hessischen Krebsregisters

Meldungsdokumentation

Was ist das Leistungsjahr bzw. -datum?

Das Leistungsjahr definiert in der Meldetätigkeit das Jahr, in dem die von den Ärztinnen und Ärzten übermittelten Behandlungen bzw. Leistungen stattgefunden haben. Als Leistungen sind Erstdiagnosen, Pathologiebefunde, Therapien, Verläufe und Abschlüsse zu verstehen.

Das Leistungsdatum ist in der Meldetätigkeit das Datum, an dem die Behandlung bzw. Leistung des jeweiligen Meldeanlasses durchgeführt wurde. Je nach Meldeanlass steht es in einem unterschiedlichen Bezug. Bei Meldung einer/eines

  • Erstdiagnose ist es das Diagnosedatum,
  • Operation ist das Operationsdatum,
  • Strahlen- bzw. systemischen Therapie ist das Beginn- bzw. Enddatum,
  • Verlaufes ist das Untersuchungsdatum,
  • Abschlusses ist das Sterbedatum und
  • Pathologiebefundes ist das Befunddatum.

Wie gehe ich damit um, wenn mir kein Institutionskennzeichen (IK-Nummer) der Krankenversicherung oder keine Versichertennummer der Patientin bzw. des Patienten vorliegt?

Sowohl die IK-Nummern der Krankenversicherungen als auch die Versichertennummern der Versicherten gehören zu den Mindestanforderungen einer Meldung und sollten in jeder Meldung enthalten sein. Bitte wenden Sie sich ggf. an die überweisenden klinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen, um fehlende Angaben ergänzen zu können.

Andernfalls können Sie auch Ersatznummern angeben, welche Sie auf der Seite Versichertendaten finden. Bitte beachten Sie, dass bei Meldung einer Ersatznummer eine Vergütung Ihrer Meldung möglicherweise nicht durchgeführt werden kann.

Darf ich Meldungen übermitteln, deren Leistungen nicht von mir erbracht wurden?

Grundsätzlich bitten wir Sie, nur Leistungen zu melden, die Sie selbst durchgeführt haben. Es können jedoch Fremdleistungen gemeldet werden, wenn Sie als solche ("ex domo") gekennzeichnet sind. Diese Meldungen sind jedoch nicht vergütungsfähig. Informationen zu den Vergütungsvoraussetzungen stehen Ihnen auf der Seite "Vergütung der Meldungen" zur Verfügung.

Was muss ich beim Merkmal „Erstdiagnosedatum“ beachten?

Das Erstdiagnosedatum der Tumorerkrankung ist für das Hessische Krebsregister eminent wichtig, da alle epidemiologischen Auswertungen datumsbezogen sind. Sollte Ihnen das genaue Datum unbekannt sein, bitten wir darum, mindestens das Jahr oder besser noch den Monat und das Jahr der Erstdiagnose anzugeben (siehe auch Mindestanforderungen).

Bieten Sie zur Meldungsdokumentation Schulungen an?

Ja, wir bieten regelmäßig Schulungen an. Ärztinnen und Ärzte erhalten für ihre Teilnahme Fortbildungspunkte. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier:
Veranstaltungen des Hessischen Krebsregisters

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Irmgard Gebl<br>

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Bettina Friedrich<br>

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