Meldung von Tumorerkrankungen des Auges

In diesem Blitzratgeber finden Ärztinnen und Ärzte der Augenheilkunde Informationen rund um das Meldeverfahren beim Hessischen Krebsregister.

Zusammenarbeit mit dem Krebsregister

Als augenärztliche Einrichtung befassen Sie sich mit der Diagnose und Therapie von Augenerkrankungen. Dabei kommt es vor, dass Sie Patientinnen und Patienten behandeln, die an einem Augentumor leiden – unabhängig davon, ob Sie in der ambulanten oder stationären Versorgung tätig sind. Beispielsweise diagnostizieren und therapieren Sie die Tumorerkrankung und/oder führen regelmäßige Verlaufskontrollen durch.

Ihre Behandlungsdaten sind für valide
Krebsauswertungen enorm wichtig

Die Informationen, die durch Ihre Behandlungen entstehen, sind für das Krebsregister sehr wertvoll. Denn die Aufgabe des Krebsregisters ist es, das Krebsgeschehen in ganz Hessen flächendeckend abzubilden und auszuwerten – darunter fällt auch das Krebsgeschehen von Augentumoren.

Alle hessischen Ärztinnen und Ärzte sind gemäß § 5 des Hessischen Krebsregistergesetzes dazu verpflichtet, Informationen zu Krebserkrankungen an das Hessische Krebsregister zu melden.

Alle Behandlungen werden erfasst
– nicht nur die Diagnose

Das Hessische Krebsregister erfasst nicht nur die Diagnose einer Tumorerkrankung, sondern auch alle Behandlungen (z. B. Operationen, systemische Therapien oder Verlaufsuntersuchungen), die Sie während des Krankheitsverlaufs durchführen.

Sie sind mit Ihrer Meldung nicht
auf einer Einbahnstraße

Mit Ihrer Meldung befinden Sie sich keineswegs auf einer Einbahnstraße, denn Auswertungen werden generiert und Sie bekommen Daten zurück. Die Schwierigkeit liegt darin, dass unsere Rückmeldungen und Auswertungen erst aussagekräftig werden, wenn alle augenärztlich tätigen Einrichtungen in Hessen ihrer Meldepflicht nachkommen und kontinuierlich an das Krebsregister melden.

Je mehr Informationen zu einer Krebserkrankung, der angewandten Therapie und deren Ergebnis vorliegen, desto höher sind die Chancen, Therapieerfolge sichtbar zu machen oder Lücken in der onkologischen Versorgung aufzudecken und zu beheben.

Krebs betrifft alle, die Meldepflicht dient allen

Ihre Meldepflicht an das Krebsregister dient

  • den an Krebs erkrankten Patientinnen und Patienten durch eine Verbesserung der onkologischen Versorgung mithilfe der Erkenntnisse aus der Krebsregistrierung.
  • Ihnen und anderen Ärztinnen und Ärzten bei der Behandlung Ihrer Patientinnen bzw. Patienten in Form von Datenrückmeldungen und Auswertungen. Vollständig erhobene Daten ermöglichen einen Rückschluss auf die Behandlungsqualität und dienen der Qualitätssicherung.
  • der Bevölkerung durch die Implementierung von Krebsfrüherkennungsprogrammen.

Meldepflichtige Tumorerkrankungen des Auges

ICD-10 GM

Bezeichnung

Anmerkungen

C69.-

Bösartige Neubildung des Auges und der Augenanhangsgebilde

D09.2

Carcinoma in situ: Auge

Alle meldepflichtigen Krebserkrankungen können Sie hier einsehen:

Beispiele aus dem Klinik- und Praxisalltag

1. Bei einer Patientin wurde im Jahr 2018 ein Aderhautmelanom diagnostiziert. Die letzte Nachsorgeuntersuchung im Dezember 2020 war unauffällig. Die Patientin stellte sich am 06.05.2021 mit anhaltendender Übelkeit und Appetitlosigkeit vor. Bei der Palpation wurden Schmerzen im rechten Oberbauch verspürt. Sonografisch wurde eine Raumforderung in der Leber festgestellt. Am 10.05.2021 wurde eine Lebermetastase des Aderhautmelanoms histologisch gesichert.

Die Sicherung der Lebermetastase ist als Verlauf (Statusänderung) zu melden.

Beispiel:

  • Untersuchungsdatum: 10.05.2021
  • Gesamtbeurteilung: Progression (P)
  • Tumorstatus Primärtumor: kein Tumor nachweisbar (K)
  • Tumorstatus Lymphknoten: kein Lymphknotenbefall nachweisbar (K)
  • Tumorstatus Fernmetastasen: neu aufgetretene Fernmetastase(n) bzw. Metastasenrezidiv (R)
  • Lokalisation von Fernmetastasen: Leber (HEP)
  • Histologie: 8720/3 Malignes Melanom

2. Bei einem Kleinkind wird im linken Auge ein Retinoblastom diagnostiziert. In der Tumorkonferenz wird sich bei der Behandlung für die Lasertherapie entschieden. Diese wird erstmalig am 27.03.2022 durchgeführt.

Die Lasertherapie ist als Operation zu melden.

Beispiel:

  • Operationsdatum: 27.03.2022
  • OPS: 5-155.7 Destruktion von erkranktem Gewebe an Retina und Choroidea durch sonstige Lasertherapie
  • Intention: Kurativ (K)

    Ein Residualstatus ist nicht zu erwarten.

Beispiele für weitere Behandlungsinformationen:

Was melden augenärztlich tätige Einrichtungen?

Meldeanlass

Ambulante Versorgung

Ambulante Versorgung, mit Belegarzttätigkeit

Stationäre Versorgung

Diagnose

Histologischer, zytologischer und autoptischer Befund
(Pathologie)

Operation


z. B.
Lasertherapie

Strahlentherapie
(Beginn und Ende)

Systemische Therapie
(Beginn und Ende)


z. B.
Tebentafusp


z. B.
Tebentafusp


z. B.
Tebentafusp

Verlauf
(Nachsorge, Rezidiv, Progress, etc.)

Abschluss
(Sterbefall)

Wichtiger Hinweis: Keine Fremdleistungen melden!

  • Es sind nur diejenigen Leistungen zu melden, die Sie selbst durchgeführt haben.
  • Es können jedoch Fremdleistungen ohne Vergütungsanspruch gemeldet werden, wenn sie als solche ("ex domo") gekennzeichnet sind.

Welche Daten melden augenärztlich tätige Einrichtungen?

  1. Jeder Meldeanlass (Diagnose, Operation, Strahlentherapie, Systemische Therapie, Verlauf, Abschluss) fragt andere Behandlungsinformationen ab. Es gelten folgende Voraussetzungen: Meldungen aus der Klinik/Praxis
  2. Detailliertere Dokumentationshinweise für Augentumoren finden Sie hier:
    Dokumentation von Augentumoren

Wie melden augenärztlich tätige Einrichtungen?

Ist die Einrichtung einer oBDS-Schnittstelle (ehemals ADT/GEKID-Schnittstelle) in Ihrem Dokumentationssystem möglich?

1. Online-Erfassung im Meldeportal

Die kostenlose Plattform dient zur Online-Erfassung von Meldungen an das Hessische Krebsregister und richtet sich an alle hessischen Einrichtungen, deren Dokumentationssystem keine Schnittstelle zum Landeskrebsregister besitzt. Detaillierte Informationen stehen Ihnen auf dieser Seite zur Verfügung:

Meldeportal (Web) des Hessischen Krebsregisters

2. WebUpload (WUP) von Meldungspaketen

Der WebUpload (WUP) richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, die eine oBDS-Schnittstelle (ehemals ADT/GEKID-Schnittstelle) in ihrem Dokumentationssystem eingerichtet haben. Über diese Schnittstelle wird das Meldungspaket (xml-Datei) generiert. Das Paket wird anschließend über den WUP an das Hessische Krebsregister gesendet. Weitere Informationen stehen auf folgender Seite bereit:

WebUpload (WUP) von Meldungspaketen

3. Weitere Systeme für die Krebsregistermeldung

Auf dem Markt gibt es mittlerweile weitere Systeme, worüber niedergelassene Ärztinnen und Ärzte Meldungen an das Krebsregister übermitteln können. Die Systeme, deren Schnittstelle wir bereits abgenommen haben, stellen wir hier vor:

Systeme für die ambulante Versorgung

Sie erhalten für Ihre Meldungen:

  1. Eine Meldevergütung.
  2. Informationen zum aktuellen Vitalstatus Ihrer Patientin bzw. Ihres Patienten.
  3. Informationen zur Behandlung und Verlaufsbeurteilung
    durch andere Ärztinnen und Ärzte.
  4. Unterstützung in der Tumordokumentation.

5 Schritte zur ersten Meldung

Veranstaltungen

Wir bieten regelmäßig Webseminare zum Meldeportal und zur Tumordokumentation an. Wir freuen uns auf Ihr virtuelles Kommen!

Fragen zur Anmeldung beim Hessischen Krebsregister

Irmgard Gebl<br>

Irmgard Gebl
Meldeberatung
Telefon: 069 5660876-11
Per E-Mail kontaktieren

Bettina Friedrich<br>

Bettina Friedrich
Beratung und Anmeldung
Telefon: 069 5660876-11
Per E-Mail kontaktieren